Von der Karaokeparty zur Partymusik

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Die ersten Gehversuche als Sänger machen viele junge Menschen im eigenen Wohnzimmer. Beim sogenannten Spielkonsolen-Karaoke. Dabei wird die Musik über die Festplatte abgespielt, während der Spieler die Aufgabe hat, die Mikrofonstimme zu übernehmen. Ob jemand gut singt, wird nicht etwa vom Publikum entschieden, sondern auf elektronischem Wege. Die Software alalysiert die Stimmhöhe des Sängers und überpüft, ob die Töne gehalten werden. Interessant zu singen hört sich anders an und tatsächlich werden Teilnehmer, die versuchen die eigene Stimme entsprechend zu modulieren, von der Software eher bestraft. Auch richtiges Karaoke vor Publikum verfolgt einen anderen Ansatz.

Hier gibt es keine Software, die über den Sänger wacht und nur die richtige Symbiose aus Auftritt und Sangeskunst wird den Zuhörer begeistern. Karaoke macht das Singen recht leicht: Der Singende hat dank des Cursors im Karaokevideo keine Probleme seinen Einsatz zu verpassen und auch die Texte braucht man nicht auswendig zu lernen. Oft findet der erste Karaokeabend zu Hause statt, wer sich dann eine etwas größere Herausforderung zumuten möchte, kann in einer Karaokekneipe gehen und vor fremden Publikum singen oder selbst einen größeren Karaokeabend veranstalten. Dabei kann es natürlich auch vorkommen, dass vielleicht einige Gäste zu Besuch kommen, aber die Zahl der tatsächlich Singenden doch überschaubar bleibt. Wer dann die Längen eines solchen Abends selbst überbrücken möchte, sollte über ein ordentliches Repertoire an Songs verfügen und mit dem Mikrofon bereits gute Freundschaft geschlossen haben. Wer gerne auf der Karaokeparty singt, ist deswegen noch kein begabter Partymusiker. Ein ein solcher muss das Publikum über einen ganzen Abend hinweg unterhalten können. Und das ist dann meist nicht mehr der eigene Freundeskreis, sondern ein fremdes Publikum Reinhard Rieder, der auch unter dem Künstlernamen Turboreini auftritt, beherrscht diese Kunst schon seit vielen Jahren.